Chronik

Ruderverein Fürstenberg /O. 1910 e.V.


Ein kurzer Chronikauszug

 

1910 - Die Geburtsstunde des Rudervereins

 

Da neben dem Korbmacherhandwerk, der Fischerei und der Glasindustrie in Fürstenberg auch die Schiffahrt beheimatet war und mit der Oder und dem Oder-Spree-Kanal auch ganz natürliche Vorraussetzungen bestanden, war der Schritt der Gründung eines Rudervereins nur folgerichtig.

den Initiatoren gehörten der Schiffahrtsdirektor

der damaligen Dampfergenossenschaft

Karl Reiche

August Riedel,

Max Giesel

und ein Herr Bergmann.

 

 

 

 

 

 

Mitbegründer des

Fürstenberger Rudervereins,

Karl Reiche

 

Am 25. Mai 1910 war es dann soweit, der "Ruderverein Fürstenberg a/O e.V. wurde offiziell gegründet.

 

Ein gutes Jahr nach der Vereinsgründung pachtete man vom Schiffseigener Paul Klauke ein geeignetes Grundstück, um sich eine feste Heimstätte zu schaffen.

 

Vertrag

 

§1

 

Der Ruderverein Fürstenberg a/Oder pachtet von dem Schiffseigener Paul Klauke zu Fürstenberg a/Oder den unterhalb seines Hausgrundstückes gelegenen Seeberg auf die Dauer von fünf Jahren.

 

§2

 

Der Pachtzins beträgt 75,- Mark pro Jahr und ist in 1/2 jährlichen Raten am 1. Januar und 1. Juli eines jeden Jahres zu zahlen.

 

§3

 

Der Schiffseigener P. Klauke räumt den Ruderverein Fürstenberg a/Oder ein Vorpachtrecht auf vorläufig weitere 5 Jahre, sowie auch ein Vorkaufsrecht auf das gepachtete Grundstück ein.

 

§4

 

Das aufzuführende Gebäude ist und bleibt Eigentum des pachtenden Vereins.

 

§5

 

Die Pachtzeit beginnt am 15. August 1911 und endet am 1. Oktober 1916.

 

Fürstenberg a/Oder, den 1 8. August 1911.

Aus der Vereinsgeschichte

 

Jahresbericht für das Geschäftsjahr vom 1.10.37 bis 30.09.38 erstattet in der Jahreshauptversammlung am 29. Oktober 1938 im Bahnhofsrestaurant.

 

Die satzungsmäßig vorgeschriebene Jahresmitgliedsversammlung fand am 30. Oktober 1937 im Hotel "Fürstenberger Hof" statt und war von 25 Mitgliedern besucht. Die für 3 Jahre festgesetzte Amtsdauer war abgelaufen, weshalb eine Wahl stattfinden musste. Dieselbe ergab einstimmig eine Wiederwahl der Kameraden

 

Karl Langerals Vereinsführer

Emil Spechtals Kassenprüfer

Kurt Callies welche die Wahl auch annahmen.

 

Der Vereinsführer verpflichtete dann seine bewährten und getreuen Mitarbeiter:

 

Hans Sebastianals stellvertretender Vereinsführer und Dienstwart

Emil Spechtals Vertreter der unterstützenden Mitglieder

Paul Rüdigerfür Veranstaltungen und Propaganda

Hermann Padel als Kassenwart

Hans Wüstenhagen als Schriftwart

Erich Giering als Bootswart

Wilhelm Padel als 1. Ruderwart

Günter Schulz als 2. Ruderwart

Gerhard Weichert als Hauswart

Frau Wüstenhagen als Leiterin der Frauenabteilung

Karl Schneider als Obmann der Jugendabteilung

zu seinem Beirat.

 

So gewaltige politische Ereignisse mussten naturnotwendig auch unser Vereinsleben stark beeinflussen. Viele Kameraden wurden zum Arbeitsdienst, Wehrdienst oder zivilen Arbeitspflicht eingezogen, so daß sich in den Reihen der aktiven Ruderer viele Lücken bildeten. Auch die Witterung dieses Sommerhalbjahres war eine sehr ungünstige, wobei auch zwei Hochwasserwellen, im Frühjahr und bei Herbstbeginn, die Hallen unseres Bootshauses unter Wasser setzten und wir die Boote für längere Zeit entfernen und in Sicherheit bringen mußten.

Der Ruderbetrieb hat unter diesen Umständen sehr gelitten und ein unter der männlichen Jugend bereits erfolgversprechendes Training konnte nicht zu Ende geführt werden.

Ein neues Kapitel

 

Rudern bei der BSG Stahl Eisenhüttenstadt

 

Bereits in den 50er und 60er Jahren wurde in der damaligen BSG Stahl Stalinstadt eine Sektion Rudern erwähnt.

 

Aus den Unterlagen des Verwaltungsarchivs des EKO ist in einem Brief des damaligen BSG-Leiters folgendes zu lesen:

 

"Im August 1956 wurde eine Sektion Rudern in unserer Betriebssportgemeinschaft gegründet."

 

Desweiteren geht aus diesem Brief hervor, daß der Sportfreund Padel die Leitung der ca. 22 Mitglieder übernahm und der Sportfreund Schulz als Übungsleiter tätig war. Die beiden Trainingsboote (Vierer), die man von der Sportschule Berlin-Grünau bekam, wurden in einem alten Bootsschuppen untergebracht.

 

Gründe bzw. weitere Zusammenhänge, die später zur Auflösung der Sektion führten, sind nicht bekannt.

 

1963 wurde dann bei der SG Empor Eisenhüttenstadt, der Sportorganisation, wieder eine Sektion Rudern ins Leben gerufen, die dann 1975 von der BSG Stahl Eisenhüttenstadt übernommen wurde.

 

Seit dieser Zeit ist die feste Trainingsstätte das Gelände einer ehemaligen Yachtwerft (Trockendock), am Oder-Spree-Kanal in Eisenhüttenstadt.

Auf dem Gelände befand sich eine unbeheizbare Baracke, in der ein Kraftraum und eine kleine Turnhalle eingerichtet waren. Weiterhin standen von der SG Empor etwa 30 Boote in den verschiedenen Klassen, 30 Paar Skulls, 12 Riemen, 1 Motorboot und drei Motoren zur Verfügung. In den folgenden Jahren bekam die Sektion von der BSG Stahl und dem DTSB-Kreis-Vorstand jährlich 3-5 neue Ruderboote.

 

Im Jahre 1977 wurde der Kraftraum durch Eigenleistung der Sportler und Übungsleiter neu betoniert sowie mit einer Gewichtheberbühne und Gymnastikmatten ausgelegt. Im Jahr 1979 erhielt die Sektion ein zweites Motorboot.

Von 1980 bis 1981 wurde die gesamte Trainingsstätte am Trockendock rekonstruiert und an das Wärmenetz angeschlossen.

 

Heute umfaßt die ausgebaute Trainingsstätte einen Kraftraum, einen Trainerraum, einen Klubraum, sanitäre Anlagen, das Bootshaus und einen Bootssteg.

 

1993 wieder ein eigener Verein

 

Aus der seit 1975 bestehenden Abteilung Rudern der BSG Stahl Eisenhüttenstadt wurde am 1. Juli 1993 ein eigenständiger Verein gegründet.

 

Einstimmig wurde auf der Gründungsversammlung die Anwesenheit zahlreicher Fürstenberger Rudersenioren der Name "Ruderverein Fürstenberg/Oder 1910" angenommen, womit man an die einstigen Rudertraditionen in Fürstenberg an der Oder anknüpfen will.

 

Zum Vorsitzenden wurde der 30jährige Karsten Bogatsch und zum stellvertretenden Vorsitzenden Max Ortmann gewählt.